Zu Gast bei Freunden - Teil 2! 

(Samstag, 09. November 2013)

 

Nach einer anstrengenden Anreise gestern und der anschließenden wohlverdienten Nachtruhe hatten wir uns heute Morgen ein Bangkok-Programm auferlegt, dass sich, wie sich später herausstellen sollte, schwieriger umsetzen ließ, als anfangs gedacht.

 

Zu allererst wollten wir morgens den Königspalast besichtigen. Der Plan stand. Was sollte dabei schon schief gehen? Erst einmal zu Fuß von unserer Unterkunft, dem Lamphu Tree Hotel zur Backpacker-Hochburg, der Khao San Road. Da schlug die erste Falle zu: Flip Flops, wie geschaffen für meine Frau, in Hülle und Fülle, Shopping war angesagt. So entstand unser ganz persönliches Bangkok-Märchen: Von einem der auszog, das Feilschen zu lernen! Die beste Schule für den bevorstehenden Tag.

Mit Schuhen und Kleidung im Gepäck verließen wir die Khao San Road dann endlich in Richtung des Königspalastes. Der Palast bereits in Sichtweite, schlägt auch prompt die nächste Falle zu, wovor man bei Ankunft, beim Schmökern in sämtlichen Reiseführern oder wann auch immer gewarnt wird. Da wird man von einem recht höflich wirkenden Mann abgefangen, er sei "Lehrer" in der Schule gegenüber und wolle uns warnen vor dubiosen Tuk-Tuk Fahrern; man solle immer auf die gelben Kennzeichen achten und wir sollten auf keinen Fall mehr als 50 Baht ausgeben. Wörtlich "no stop, no shop". Prompt stand rein zufällig ein Tuk-Tuk Fahrer neben uns, dessen Fahrzeug ein gelbes Kennzeichen hatte und genau 50 Baht verlangte. Nachtigall, ick hör' Dir trapsen! Für die nicht ganz Währungsfesten unter Euch, wir reden hier über etwa 1,25 €. Also abgemacht!

 

So begann also unsere, so dachten wir, ganz spezielle Tuk-Tuk Sightseeing-no-stop-no-shop-Tour. Bangkok gehörte uns. Erster Stop beim Standing Buddha (Wat Intharawihan). Ich als etwas Fußballinteressierter verstand immer Stan Libuda. Wenig enttäuscht war ich allerdings, dass es sich hierbei nicht um ein Fußballerdenkmal, sondern um einen 41 m hohen stehenden Buddha handelte. An dieser Stelle sei gesagt, dass wir all das, was wir in den nächsten Stunden erlebten, wahrscheinlich nie auf unserem Reiseplan gehabt hätten. Bei strahlendem Sonnenschein wirkt ein goldener Buddha prompt noch imposanter und man solle immer daran denken: Seinen ersten Buddha vergisst man nie. Bei einer Reise nach Bangkok sollte man den Besuch des stehenden Buddhas auf keinen Fall vergessen und auch wir werden bestimmt eines Tages zurückkehren. Und wenn es nur wegen der guten, alten Zeiten ist.

 

Der Tuk-Tuk Fahrer wartete selbstverständlich eine halbe Stunde auf uns (während wir uns der Besichtigung hingaben); für den Stundenlohn würde ich das natürlich auch. Anschließend wieder ins Tut-Tuk gehüpft und weiter zu unserem nächsten Ziel: dem "Golden Mount". Mit Tickets für den Chedi und einer Frucht beladen, erklommen wir also den Berg. Kurz und knapp zur Erklärung: Ohne Ticket keinen Eintritt und ohne Frucht kein Glück. So sieht's aus.

 

Soll wohl bis in die 1960er Jahre noch der höchste Punkt Bangkoks gewesen sein und auf jeden Fall kann man von dort oben die Stadt überblicken wie von kaum einem anderen Ort. Oben angekommen durften wir uns unserer Frucht entledigen, womit dem Reiseglück also nichts mehr im Wege stehen sollte. Es schien sich dieses Frucht-geschleppe auch prompt auszubezahlen, denn unser Fahrer wartete unten Gott sei Dank immer noch auf uns.

Vor dem Ausflug und immer wieder auf der Fahrt versuchte  uns unser Fahrer immer wieder TIT schmackhaft zu machen. Eine Art Touristinformation, doch wofür das zweite T steht haben wir nie in Erfahrung bringen können. Jaja, wir sollen auf jeden Fall mal da reingehen, dann bekomme er auch einen gasoline coupon. Was soll ich sagen? Bei nur 50 Baht für diesen netten Ausflug kann er einen solchen Coupon bestimmt prima gebrauchen. Wir betraten also mit einigem Widerwillen TIT und unterhielten uns nett mit einem der Mitarbeiter, Touristinformation for free. Da fiel plötzlich das Stichwort Floating Market, was für ihn wohl Grund genug war, einen Monolog darüber zu halten, diese zu bereisen. Liegen zwar außerhalb Bangkoks, aber mit der schöneren Tour sei man auch nur einen Tag unterwegs. Wir als gut erzogene Europäer ließen ihn aussprechen, ergriffen dann die Chance beim Schopfe und verabschiedeten uns höflich. Allerdings nicht, ohne uns nach dem versprochenen gasoline coupon zu erkundigen. Ohne unerwartete Mehrkosten, allerdings auch ohne gasoline coupon stiegen wir wieder in unser Tuk-Tuk und fuhren weiter. 

 

Nach dem misslungenen Besuch begann es wohl in der Beziehung Tuk-Tuk Fahrer und nettes, deutsches Pärchen zu bröckeln. Denn er fuhr uns schnurstracks zu dem schäbigsten Tempel, den er auf die Schnelle auftreiben konnte. Dann ist auch noch fotografieren verboten. Schönen Dank auch! Nach einem kleinen Rundgang (wollten ja weiter höflich bleiben) bahnten wir uns unseren Weg zurück zu unserem Gefährt, schließlich wollten wir für unsere 1,25 € noch den Wat Pho sehen. Das koste aber dann aber insgesamt 100 Baht, nicht wie abgemacht 50. Nach wenigen Metern Fahrt bestanden wir natürlich darauf, an der nächsten Ecke auszusteigen. Einverstanden mit unserer Idee schmiss er uns irgendwo im Nirgendwo heraus und haute ab. Soviel zu unseren ersten thailändischen Erfahrungen hinsichtlich Nepper-Schlepper-Bauernfänger. Das Fazit unseres kleines Ausfluges: Es spricht im Grunde genommen nichts dagegen, Teil einer solchen Tour zu sein. Solange man willens ist, höflich, aber bestimmend jegliches Angebot abzulehnen, das dieses Abenteuer preislich in astronomische oder unverhältnismäßige Höhen treibt. Wir bereisten schließlich auf diese Art und Weise die halbe Stadt und erlebten Dinge, auf die wir vielleicht sonst hätten verzichten müssen.

 

Um den Kreis zu schließen blieb uns am Ende zwar nichts anderes übrig als zu Fuß den Königspalast zu besuchen und sollte dann aber auch schon der Abschluss eines aufregenden und wunderschönen ersten Nachmittags in Bangkok werden. Over and out!

zuletzt bearbeitet : 06.09.2017

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