Von blauen Zehen und blauem Wunder!

(Dienstag, 26. November 2015)

 

Die letzten beiden Tage haben wir ganz gezielt zur Entspannung an Kambodschas Küste genutzt, weshalb ihr auch seitdem nichts mehr von uns gelesen habt.

 

Aber, Glück gehabt, wir sind zurück! So schnell bekommt man uns auch wieder nicht los. Auch wenn es auf jeden Fall ein netter Versuch war, meine Frau zum Straucheln und zu Fall zu bringen. So endete nämlich abrupt der letzte Tag unserer Entspannung.

 

Der ursprüngliche Plan: Abends noch einmal den Strand aufsuchen und im Sonnenuntergang am Ochheuteal Beach baden gehen. Das hätte bestimmt auch funktioniert, wenn meine Frau nicht andere Pläne geschmiedet hätte. Im Nachhinein leider nicht mehr ganz rekonstruierbar, sah ich Annett nämlich beim Überqueren der vor dem Guesthouse angebrachten, steinernen Teichbrücke die Stufen missachten (davon gab es nämlich gleich mehrere hintereinander). Aufgrund der Eleganz beim Abrollen in den Teich können wir von Glück sagen, dass nichts schlimmeres passiert ist. Hätte nämlich auch ins Auge gehen können. So hat sie am Ende "nur" blaue Flecken davongetragen (gut, der Zeh sieht irgendwie nicht mehr ganz gesund aus) und hat wahrscheinlich noch einen total seltenen Koi erledigt (jedenfalls waren die beim Check-Out irgendwie komisch zu uns). Der Sonnenuntergang war damit also auch gelaufen, weshalb wir uns unverrichteter Dinge zurückgezogen haben und nur noch den hauseigenen Pool genutzt haben. War trotzdem nicht das Selbe.

 

Dann können wir uns ja jetzt auf unseren Bus zurück nach Bangkok freuen. Wir sind vielleicht Füchse, extra einen Sleeping Bus gebucht, Start um 20 Uhr, geplante Ankunft in Bangkok um 12 Uhr Mittags des Folgetages. Aber wir haben ja bequeme Liegen. Dachten wir. Hätte man uns vielleicht vorher sagen sollen, dass es sich dabei um asiatische Liegegrößen handelt. Dann fährt der Bus auch noch über Phnom Penh, die Hauptstadt, die wir eigentlich meiden wollten und sich so gar nicht auf dem Weg zur thailändischen Grenze befindet. Wir haben, gehört, da muss man als Backpacker durch. War aber auch das letzte Mal.

 

In Phnom Penh (Ankunft: 1 Uhr Nachts) heißt es, gerade aus dem Schlaf gerissen und den jeweiligen Anschlussbus aufsuchen (Battambang, Bangkok oder Siem Reap). Also Bus wechseln war angesagt, das Beste was uns in diesem Moment passieren konnte. Bis der Bus dann wohl noch mit irgendwelchen Schwarzfahrern vollgestopft wurde, wovon einer plötzlich wieder zu unseren Füßen lag. Wieder mal zu früh gefreut. Und dann kam auch noch die Grenze (Ankunft: 10 Uhr).

 

Der erste Kontrollpunkt war noch schnell überwunden. Das wäre ja gelacht, wenn das nicht so weiter geht. Doch dann kamen die Thailänder. Passkontrolle! Am Morgen wohl gerade neu angelernt, ließen sich die Beamten sichtlich Zeit beim Abstempeln unserer Pässe. Die Laune nach diesem Höllenritt mit dem Bus und der Abfertigung an der Grenze merklich am Tiefpunkt angelangt, versucht uns der Busunternehmer, der uns schließlich nach Bangkok bringen soll, auch noch hinzuhalten. Zu diesem Zeitpunkt seit 16 Stunden unterwegs, erzählt er uns ständig etwas von zehn Minuten mehr. Da ist den deutschen Touristen mal kurz der Kragen geplatzt, hatten die so wohl auch noch nicht allzu oft, dem Blick nach zu urteilen. So haben wir ein für allemal einen Schlussstrich unter diese Neverending-Story gezogen, uns ein nagelneues Taxi klargemacht, unsere Rucksäcke aus dem bereits gepackten Kleinbus wieder ausgepackt und hatten somit die angenehmste Fahrt nach Bangkok (von der kambodschanischen Grenze etwa 300 km), die man sich nur vorstellen kann.

 

Trotz angenehmer Fahrt sind wir letztendlich total gerädert 21 Stunden nach dem Aufbruch in Sihanoukville in Bangkok angekommen, haben uns für das selbe Hotel wie bei Anreise entschieden und freuen uns nun auf die verbleibenden zwei Tage. Ich glaube, meine Frau erwähnte so etwas wie Shopping. Kann mich da allerdings auch verhört haben.

 

Doch jetzt befinden wir uns jetzt schon beinahe am Ende unserer Reise, sind nach über zwei Wochen Kambodscha nun wieder nach Bangkok zurückgekehrt, um unseren Urlaub hier in dieser tollen Stadt ausklingen zu lassen. Außerdem gibt es hier gerade Demonstrationen inklusive kostenlosem Essen und Trinken. Meine Stimme habt ihr auf jeden Fall. Hiermit verabschieden wir uns und schauen sie bald wieder rein, wenn es heißt "Feste feiern wie sie fallen"!

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