Oh Dani Boy! 

(Donnerstag, 14. November 2013)

 

Herzlich Willkommen zu unserem heutigen Dani-Post. Bei Dani handelt es sich um einen hier ansässigen US-Amerikaner, der anscheinend schon überall gelebt hat, außer in den Staaten. Aufgewachsen in Indien, hat immer Vegetarisch gelebt und macht den Eindruck, als wüsste er, wie der Hase hier läuft. Die Empfehlung bekamen wir im Übrigen schon am Tag unserer Anreise von unseren Gastgebern bei der Einweisung in die Stadt Siem Reap. Am Ende würde es dabei ums Essen gehen. Die Falle schnappte zu.

 

Fernab jeglichen Tourismus, naja vielleicht ein bißchen Tourismus, würden wir Land und Leute kennenlernen und sprangen pünktlich um sieben Uhr in Danis Tuk-Tuk! Ich wiederhole, morgens um sieben. Was für eine unchristliche Zeit. Aber mit dem Christentum haben die hier verständlicherweise ja auch nicht so viel am Hut. Na, dann mal los, der frühe Vogel fängt den Wurm. Da wären wir auch schon bei der Nahrungsaufnahme. Nein, nein, keine Panik. War nur ein kleiner Cockpit-Ulk. Weder Würmer noch Vögel standen heute auf dem Speiseplan.

 

Erst einmal die guten, alten Euros in Riehl wechseln und ab auf den Markt. Wir legen unser Glück, das uns bisher immer Hold war, in Danis Hände und kosten uns durch all die Leckereien, die anscheinend nur auf uns gewartet haben. Sehr amerikanisch beginnen wir zum Frühstück natürlich mit einem Dessert. Jeder eines, zwischendrin wird getauscht und weiter geht's. Jetzt heißt es, im Magen zu organisieren, um genügend Platz zu schaffen für die anstehenden acht Stunden. Am Ende des Marktes kam dann der Aufruf, dass wir langsam aber sicher doch mal frühstücken sollten. Na gut, wenn Dani das sagt. Nicht ganz wohl in der Magengegend (ich war eigentlich schon voll), aber grundsätzlich höflich, setzten wir uns an eine der Garküchen auf dem Markt. Es tat mir im Herzen weh, dass ich den halben Teller stehen lassen musste (am Gericht lag es nicht). Meine Frau schlug sich da weitaus besser. Doch man kann schließlich nichts erzwingen, könnte aber der Grund dafür sein, dass es wieder einmal wie aus Kübeln regnet.

 

Langsam und gemächlich (so ein Tuk-Tuk ist nicht unbedingt die flinkste Maschine auf Erden) kehren wir der Stadt den Rücken und sind gespannt, was auf der countryside auf uns warten wird. Da kommt von Danis Seite plötzlich die Frage auf, ob ich denn einen Wasserbüffel reiten möchte? Wie geil ist das denn? Also rauf auf das Vieh und ab dafür. Gut, da wäre ich mit dem Tuk-Tuk dann doch schneller gewesen. Breitbeinig wie John Wayne genoss ich sichtlich den Bullenritt. Als wir jedoch auf unserer Rückfahrt an dem Hof noch einmal vorbeigekommen sind, war der Bulle nicht mehr zu sehen. Hoffentlich hat es ihn nicht dahingerafft. Ansonsten hätte er ja noch einen von der Sorte gehabt. Also vorerst alles schön.

 

Ganz oben auf der Liste der Highlights der Tour stand für uns der Besuch zweier Familien, die bereit waren, uns ihr trautes Heim zu zeigen. Bei der Vermittlung zwischen den Welten ist uns Dani prächtig zur Hand gegangen, da er Khmer, die Sprache der Kambodschaner verdammt gut beherrscht. Obwohl ich das eigentlich gar nicht beurteilen kann, hat sich für uns aber plausibel angehört. Ansonsten haben wir heute Hausfriedensbruch begangen. Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn man gerade keinen Dani zur Hand hat, kann selbst ein Lächeln auf den Lippen schon Türen öffnen. Oder schließen, je nachdem, wie charmant man lächelt.

 

Als Resümee der Tour kann man sagen, dass sie aus einer ständigen Nahrungsaufnahme bestand, bei der man noch dazu den Kontakt zu Einheimischen gesucht und meist auch gefunden hat. So bleibt unser Trip nach Siem Reap etwas ganz besonderes, da wir mit dem Gefühl abreisen werden, etwas einzigartiges erlebt zu haben.

 

Wir haben dabei Menschen getroffen, die stolz auf das waren, was sie hatten und was sie sind. Wir wurden mit offenen Armen empfangen (das könnte natürlich auch an unserem charmanten Lächeln gelegen haben) und hatten die Ehre zumindest ein wenig an dem Leben der Menschen hierzulande teilhaben zu dürfen.

 

Verständlicherweise möchte ich nicht zu viel verraten und Euch den Spaß verderben, denn Dani wartet auf Euch. Also lasst Tempel mal Tempel sein und verbringt einfach mal einige Stunde hier draußen, ein garantierter Spaß!

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