Fotografieren verboten! (Dienstag, 19. November 2013)

 

Dies sollte also unser letzter Tag in der kambodschanischen Hauptstadt werden und ausgerechnet heute hat mich das Zimmermädchen dabei erwischt, wie ich in ihrem Wagen nach Kaffee, Milch und Zucker gestöbert habe. Der Blick sagte alles. Aber diplomatisch wie ich nun einmal bin, habe ich sie mal darauf hingewiesen, dass sie unser Zimmer noch nicht gereinigt hat. Na, wer hat jetzt den schwarzen Peter? Minuten später war unser bescheidenes Zimmer dann auch netterweise gesäubert, aber noch wichtiger, ich hatte Kaffee, Milch und Zucker (ist übrigens ungesund) satt. Glück gehabt! Ich habe nämlich gehört, Kickboxen sei hier gerade wieder im Kommen.

 

Aber was nimmt man sich eigentlich so vor, wenn man nur noch einen einzigen Tag in Phnom Penh verbringt? Als Kenner der Khmer-Kunst (wer's glaubt) liegt natürlich nichts näher, als sich das Nationalmuseum zu gönnen. Von außen ein schönes, dunkelrotes Sandsteingebäude wartete in vier Galerien eine reiche Sammlung an Skulpturen und Kunstgegenständen auf uns. Wie schön! Fotografieren verboten! Den einzigen Spaß in diesen heiligen Hallen nehmen sie uns. Also schlendern wir einfach durch die überschaubare Sammlung und finden uns am Ende in dem lichtdurchfluteten Innenhof wieder. Fotografieren erlaubt! Na, endlich! Wenn da nur nicht diese zuverlässigen Museumswächter wären. Da witterte aber einer Gefahr! Wir standen im Innenhof (Fotografieren erlaubt) und fotografierten in Richtung der Ausstellungsräume (Fotografieren verboten). Könnte mir da vielleicht jemand die kambodschanische Rechtslage erklären? Also nichts wie weg und ab in die Sonne.

 

Könnt Ihr Euch vielleicht noch daran erinnern, dass wir voller Stolz von unserem Sonnenbrand berichtet haben? Wegen Mangel an Farbe? Heute habe ich persönlich wohl etwas übertrieben. Das Menschen überhaupt solch eine Farbe annehmen können ist schon sehr bewundernswert. Auf der Straße jedenfalls scheine ich mir schon als großer, blonder, roter Deutscher einen Namen gemacht zu haben. Jetzt bietet mir sogar ausnahmslose jeder sein Tuk-Tuk an. Und dieser mitleidige Blick erst.

 

Zum Abschluss unseres Tages in Phnom Penh hatten wir das große Glück, an einer Sunset Tour über den Tonle Sap und den Mekong teilzunehmen. Nachdem wir wenig Glück mit unserem Sonnenaufgang in Siem Reap hatten, durften wir wenigstens eine Sonne beobachten, die hinter dem Königspalast Phnom Penh unterging. Die Hauptstadt Kambodschas sollte man schon alleine aufgrund der Geschichte besuchen, die dort allgegenwärtig ist. Nehmt Euch hierfür die Zeit, doch erwartet nicht allzuviel von der Stadt. Unsere Reiselust treibt uns nun weiter in das Krabbendörfchen Kep. Mal sehen, ob es hält, was es verspricht.

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