Feste feiern wie sie fallen! (Donnerstag, 28. November 2013)

 

So neigt sich der letzte Abend in Bangkok doch langsam aber sicher dem Ende zu und morgen heißt es schon wieder Abreise in Richtung schattiges Deutschland. Doch vielleicht sollten wir an dieser Stelle chronologisch vorgehen, nämlich dem heutigen Morgen.

 

Wir hatten uns schon ernsthaft gewundert, was in diesem Tempel unweit unseres Hotels denn für eine Veranstaltung stattfindet. Die feiern dort was das Zeug hält und werden ständig mit hohem Besuch beglückt (und damit meine ich nicht uns). Heute allerdings bekamen wir endlich die langersehnte Antwort darauf. Das Oberhaupt der Buddhisten Smoket Phra Nyanasamvara (den Namen habe ich gegooglet, kann sich ja keiner merken) ist im Alter von 100 Jahren von uns gegangen. Plötzlich und unerwartet, versteht sich. Sehr bedrückt standen wir also vor dem Eingang (abgesperrt vom Militär) und durften auf gar keinen Fall hinter die Absperrung. Zu Tode gelangweilt von diesem Bürokratentum schlurfte ich langsam entlang der Außenmauer weiter, als mir ein junger Militärangehöriger hinterherhechtete und mir den Weg zu meiner Frau wies (kurz aus den Augen gelassen), die es irgendwie geschafft hat, jetzt doch freien Zugang auf das Gelände zu bekommen. Dann nehme ich das mit den Bürokraten mal lieber zurück. 

 

So haben wir es also an unserem letzten Tag fertig gebracht, uns selbst auf eine Trauerfeier einzuladen. Nicht schlecht. Dann kam auch noch der richtige Hammer; Essen und Trinken for free. Naja, man soll die Feste ja bekanntlich feiern wie sie fallen. Hätten wir das aber gewusst, hätten wir auf unser reichhaltiges Frühstück in unserem Hotel verzichtet. So ein Mist. Und als wir wenige Stunden später, mit neuem Appetit, noch einmal reinschneiten, war alles abgeräumt. Das fing ja mal wieder toll an. Aber keine Sorge, wir sollten nicht verhungern.

 

Anschließend konnten wir unseren eigentlichen Plan, Wat Pho zu besichtigen, in die Realität umsetzen. Sollte man gesehen haben, schon alleine wegen dem beliebten liegenden Buddha. Es handelt sich dabei um einen logischerweise liegenden Buddha mit einer Gesamtlänge von 45 Metern und ich weiß ja nicht, ob ich der Einzige war, der sich gefragt hat, wie sie dieses Prachtexemplar hier nur hereinbekommen haben. Unglaublich!

 

Jetzt sollten wir aber mal auf die angespannte, politische Lage in Thailand, ganz besonders im Herzen Bangkoks zu sprechen kommen. Wir haben viel zu lange geschwiegen. Das Auswärtige Amt warnt ausdrücklich davor, die Bereiche der Demonstration (insbesondere das Gebiet um das Democracy Monument) zu meiden, sei wohl zu gefährlich. Doch das Auswärtige Amt hat aber auch vergessen zu erwähnen, dass es hier schon wieder Essen und Trinken für völlig kostenlos gibt. Thai-Food for free. Und wir als Vorbilder der Demokratie mussten uns meist noch nicht einmal am Ende der Schlange anstellen, sondern durften vordrängeln. Die Demonstranten haben uns geliebt, es hätte nicht viel gefehlt und wir hätten zusammen "Kleine, weiße Friedenstaube" gesungen. Ich sage nur, zu Gast bei Freunden. Wildfremde Menschen klopfen einem wie alte Kumpels auf die Schultern und finden es toll, dass man mit von der Partie ist. Jedoch denken wir, dass die hier auf der Demo auch noch nicht allzuviele "Langnasen" gesehen haben. Alles in allem haben wir uns prima ins Getümmel gestürzt, den thailändischen Rednern gelauscht und ab und zu in unsere Trillerpfeife geblasen. Das gehört sich so.

 

Bangkok hat uns somit einen schönen Abschluss beschert, der Urlaub hätte kaum besser enden können. Jetzt freuen wir uns natürlich auch wieder auf zu Hause und werden uns hoffentlich spätestens zu unserer nächsten Reise wiederlesen. Es war uns ein Vergnügen, die vergangenen Wochen mit Euch zu teilen. Vielen Dank für's Einschalten!

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