Der Geburtstag der Zahnfee!

(Samstag, 16. November 2013)

 

Für die Leser unter Euch, die sich um meine Gesundheit die allergrößten Sorgen gemacht haben; die Erkältung ist wie von Zauberhand über Nacht verschwunden. Jetzt schmerzt mein Backenzahn. In den vergangenen Berichten müsstet Ihr eigentlich festgestellt haben, dass wir für einen guten Post nahezu alles machen würden. Das ist DIE Gelegenheit, endlich einmal die kambodschanische Zahnmedizin unter die Lupe zu nehmen. Man hört ja immer so viel. Genau genommen hört man gar nichts darüber. Doch das soll ich nun ändern.

 

Auf dem Höhepunkt der Zahnschmerzen waren wir gerade mal wieder mit unserem Tuk-Tuk-Fahrer des Vertrauens unterwegs. Tempeltour light. Da heute, wie bei Euch wahrscheinlich auch, Samstag ist, suchte ich mit unserem Fahrer das Gespräch, um herauszufinden, ob Zahnärzte auch Samstags arbeiten. Seine Antwort: Diesen Samstag wahrscheinlich weniger, denn heute hat die Zahnfee Geburtstag, da seien alle eingeladen. Möglicherweise hat es ein klein wenig an der Übersetzung gelitten.

 

Zu meinem Glück war zumindest ein Zahnarzt nicht eingeladen und ehe ich mich versah, lag ich auf dem Behandlungsstuhl eines kambodschanischen Zahnarztes und erwartete eine echte kambodschanische Zahnarztbehandlung. So hat jeder seine Träume. Erst einmal Röntgen. Das machen die wahrscheinlich grundsätzlich, einfach nur, weil es professionell wirkt. Dann eine gute Miene beim Röntgenbild bestaunen machen. Nicht ich, der Zahnarzt. Nachdem er dann aufgehört hatte zu lachen, sagte er, das sei ihm zu kompliziert, ich solle doch einfach painkiller nehmen. In diesem Moment hätte ich auch gut einen Killer gebrauchen können. Somit werde ich mich höchstwahrscheinlich die verbleibenden zwei Wochen von einem total leckeren Painkiller-Curry ernähren. Aber spicy!

 

Doch eigentlich wollten wir hier ja von unserer Reise berichten, also los zu unserer Tempeltour light. Eigentlich war der Plan, die Tempel heute mit dem Fahrrad abzugrasen. Aber dadurch, dass ich bei Dani den Teller nicht aufgegessen habe, müssen wir nun jederzeit mit Regen rechnen. So kommt also mal wieder unser Tuk-Tuk-Fahrer ins Spiel. Die größten und bedeutendsten Tempel hatten wir bereits abgehakt, so können wir uns am letzten Tag in Siem Reap um die touristisch noch wenig erschlossenen Tempelanlagen kümmern. In diesem Falle die Roluos Group. Das ist übrigens einer der Vorteile, wenn man nahezu eine ganze Woche hier verbringt.

 

Solltet ihr ebenfalls mal den Luxus haben, einige Tage mehr hier verbringen zu können, solltet ihr Euch die auf jeden Fall ans Bein binden. Zwischenzeitlich wirkt es, als seien die Tempel gestern erst entdeckt worden, oder sogar noch gar nicht und man hat gerade eine große archäologische Entdeckung gemacht und wissen es nicht. Dass sich selbst unser Fahrer verfährt lässt uns darauf hoffen, dass der Massentourismus in diesen Breitengraden dann doch noch nicht angekommen ist. Aber das Highlight der Tour war die damit verbundene große Überlandfahrt (um mal im Fahrschuldeutsch zu sprechen). Da wir die Stadt immer weiter verlassen haben, dachten wir erst, er wolle uns mit dem Tuk-Tuk nach Phnom Penh bringen, um sicherzugehen, dass wir auch wirklich weg sind.

 

Doch da kannten wir unseren Fahrer schlecht, denn plötzlich fanden wir uns zwischen Menschen wieder, die uns ein Lächeln schenkten, ohne einen Dollar dafür zu verlangen. Wir bereisten zum wiederholten Male die countryside Kambodschas, doch dieses Mal war es noch bewegender. Menschen haben uns zugewunken (vielleicht wollten sie aber auch nur auf etwas hinweisen), saßen nach höflichem Fragen für unsere Kameras Modell und gaben uns zum wiederholten Male das Gefühl, die richtige Entscheidung hinsichtlich unseres Reiseziels getroffen zu haben.

 

Leider hat jede tolle Zeit auch mal ein Ende! Doch jetzt gilt es abzuwarten, was Kambodschas Hauptstadt für uns bereithält.

 

Zum Schluss noch einen großen Dank an unsere Siem Reap'schen Herbergseltern, Tanja und Frank vom Bayon Garden Guesthouse, die ganz viel möglich gemacht haben und uns mit Rat und Tat zur Seite standen und sogar aus freien Stücken heraus ganz vielen Menschen diesen Reisebericht zugänglich gemacht haben. Wir mussten noch nicht einmal betteln. Doch nun heißt es, auf eigenen Füßen stehen und das Nest verlassen, um auch bald wieder kraftvoll zubeißen zu können. Jetzt haben wir also den Kreis mit dem Zahnarzt wieder geschlossen und schlage vor, wir lesen uns in Phnom Penh wieder. Bis die Tage keine Frage.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0