Ein Römer geht nach Haus'! (Sonntag, 19. März 2017)

 

Hallo, Freunde der römischen Reiselust. Der Alltag hat uns mit aller Gewalt wieder in das Berliner Sozialleben integriert und uns die letzten Wochen partout daran gehindert, uns näher mit der Schreiberei zu beschäftigen. Doch, genug ist genug. Wir werden der Realität einfach ein Schnippchen schlagen und unseren letzten Bericht über die italienische Hauptstadt Rom abliefern, der bereits einige Zeit in unserer Ablage geschlummert hat und bei dem lange Zeit in den Sternen stand, ob dieser überhaupt veröffentlicht wird. Anschließend sind wir mit dieser Stadt aber auch endgültig durch. Naja, zumindest auf unserem Blog. Denn wir haben die Stadt als sehr weltoffen, entspannt und meist freundlich kennengelernt und werden bestimmt wiederkommen.

 

In unserem heutigen Bericht geht es schlichtweg um die Sehenswürdigkeiten, die unserer Meinung nach auf keiner Röm'schen bzw. auch Vatikanischen Bucket List fehlen dürfen, wenn man das erste Mal nach Rom reist. Die Liste wird aber möglicherweise einige Lücken aufweisen, die ihr gerne schließen dürft, sofern der Wunsch bestehen sollte. Dankeschön schon einmal im Voraus. Dann möchten wir mal niemanden zu lange auf die Folter spannen. Möge die Liste beginnen:

Der Petersdom mit Petersplatz

Dürfte wohl kaum eine Überraschung sein, dass der Petersdom auf unserer Liste den ersten Platz einnimmt. Obwohl... so ein richtiges Ranking wäre zu vermessen für eine solch historische Stadt in ihrer ganzen Schönheit. 

 

Die schönsten Momente erlebt man im Vatikan entweder früh am Morgen oder aber spät am Abend, wenn sich die Bevölkerung durch die Lollipop-Gruppen sehr stark in Grenzen hält. Wir zumindest hatten die große Ehre, die Kuppel des Petersdoms an unserem ersten Tage ganz für uns alleine zu haben. Noch bevor der Aufstieg offiziell geöffnet wurde. Zum Dank für unsere Anwesenheit wurden wir auch prompt mit einer wunderschönen Sonne bedacht, die über dem menschenleeren Petersplatz aufging. Ich sag' nur 'romantic view'. Im Anschluss an den Panoramablick, der sich einem von dort oben bietet, hat man dann völlig entspannt Zeit, den Petersdom zu besuchen. Dort kann man wahrlich Stunden verbringen. Es wird nie langweilig, entdeckt ständig Neues und sollte immer im Auge behalten, ob der Zugang zu Michelangelos Pietà bereits geöffnet ist. Von dort wird man in einem kleinen Rundgang dann auch an dem Grab von Papst Johannes Paul II. vorbeigeführt, der seine letzte Ruhe im Petersdom und nicht in den Vatikanischen Grotten gefunden hat. Nehmt Euch einfach Zeit dafür und lasst Euch treiben. FYI: Jeden Sonntag, sofern der Papst denn auch zu Hause ist, spricht er auf dem Petersplatz das Angelusgebet. Sehr lohnenswert, auch wenn wir nur erahnen können, worüber er sprach.

Das Kolosseum

Die Linie B bringt einen auf direktem Wege ab Termini in wenigen Minuten zur Haltestelle Colosseo und spuckt Euch geradezu vor den Toren der Arena aus. Sinnvollerweise sollte man morgens zeitig den Weg aus den Federn finden, um das Wahrzeichen zumindest für eine kurze Weile für sich alleine zu haben, denn schon bald wird die Selfiestick-Gang sich mit Müh' und Not dem Photobombing hingeben. Das ist so sicher wie das Amen im Petersdom. 

 

Seid ihr erst einmal drin, folgt ihr einfach den Hinweisschildern und grast zuerst das Untergeschoss ab, um nach dem ersten Staunen die Runde fortzusetzen und zum Abschluss das Obergeschoss unsicher zu machen. Alles in allem benötigt man nur etwas mehr als eine Stunde, um diesen großzügigen Bau in sich aufzusaugen, Fotos aus (fast) allen Blickwinkeln aufzunehmen und seine Runden in den beiden Etagen zu drehen. In einem waren wir uns am Ende alle einig: Das Kolosseum hat diesen Namen mehr als zurecht verdient.

Das Forum Romanum und der Palatin

Es entsteht beinahe der Eindruck, dass diese beiden miteinander verschmolzen sind. Der Eingang befindet sich nur wenige Schritte vom Kolosseum entfernt und ist bereits im Ticketpreis des selbigen enthalten. Empfehlenswert ist der Start in südlicher Richtung, um auf den Palatin zu gelangen, Roms ältesten Stadtteil. Von dessen südlichen Ende hat man dann einen schönen Blick hinunter auf den Circus Maximus und im weiteren Verlauf ausreichend Zeit, den Rückweg anzutreten, um das Forum Romanum zu besichtigen. Um diese Gigantomanie aufzunehmen (wenn das überhaupt möglich ist), sollte man sich ausreichend Zeit nehmen und nicht mit der Uhr reisen. Denn man kann hier durchaus den ganzen Tag verbringen, ohne sich zu langweilen. Langeweile wird es auch bei unserer nächsten Sehenswürdigkeit nicht geben

Monumento a Vittorio Emanuele II.

In Sichtweite des Forum Romanums befindet sich dieses Nationaldenkmal, das dem ersten König des neugegründeten Königreichs Italien gewidmet ist. Das Highlight, abgesehen von der Größe des Baus, ist die Aussichtsplattform, von der man einen wundervollen Panoramblick über die Stadt Rom werfen kann.

 

Begrüßt wird man, nachdem man die ersten Treppenstufen erklommen hat, von den Soldaten, die das Grabmal des unbekannten Soldaten bewachen.

Spanische Treppe 

Die spanische Treppe ist die, unserer Meinung nach, wohl unauffälligste Sehenswürdigkeit Roms und geht bei der Ansammlung historischer Bauwerke schon beinahe unter. Im Zusammenspiel mit der oberhalb der Treppe stehenden Kirche Santa Trinità dei Monti bietet sich ein menschenüberlaufender Blick von der Piazza di Spagna, von der die Treppe schließlich ihren Namen aufgebrummt bekam. Nach dem Sichten unserer Bilder, die wir von der Stadt geschossen haben, mussten wir mit Erschrecken feststellen, dass wir die Treppe so spannend fanden, dass sie uns ohne mit der Wimper zu zucken ein ganzes Foto wert war. Eines! Nicht zwei oder drei. Nein, EINES! Allerdings ist ein Rom-Besuch ohne die spanische Treppe keine Option. Doch erwartet bitte nicht zu viel.

Trevi Brunnen

Nach einem netten Spaziergang bei herrlichem Sonnenschein tat sich plötzlich einer der berühmtesten Brunnen der Welt vor uns auf, der diese Position durchaus verdient hat. Weniger erfreulich ist die Menschenansammlung, die sich davor bildet. Mit etwas Geschick kann man sich aber bis in die erste Reihe schleichen, um Bilder zu schießen, die einem suggerieren, dass man den Brunnen nur für sich alleine hatte. Zum Abschluss sollte man der Tradition folgen, eine Münze im Brunnen zu versenken, denn dann, so sagt man, würde man irgendwann einmal wieder in die ewige Stadt zurückkehren. Sollte daran allerdings kein Interesse bestehen, hebt Euch den Groschen lieber für etwas anderes auf.

Die Vatikanischen Museen

Auch wenn durch diesen Besuch schon wieder mindestens ein halber Tag draufgeht, sollte man die Wartezeiten vor dem Einlass in Kauf nehmen. Die Museen präsentieren nämlich eine allumfassende Kunstsammlung mit dem Highlight des Besuches der Sixtinischen Kapelle, in der die Versammlung der Kardinäle zur Papstwahl stattfindet, das sogenannte Konklave. Durch die aufwändigen und farbenprächtigen (sowie mittlerweile einwandfrei restaurierten) Wand- und Deckenmalereien (von u. a. Botticelli oder Michelangelo) ist es ein Muss, in den Vatikanischen Museen vorbeizuschauen. Doch das Fotografieren solltet ihr zumindest hier unterlassen, wenn ihr nicht in italienische Ungnade fallen wollt.

Campo Santo Teutonico

Wenn man, so wie wir, Friedhöfe mag, kommt man nur ganz schwer um diesen „deutschen Friedhof“ herum. Denn die Besonderheit findet sich in der Lage, die dieser Platz innehat. Inmitten des Vatikans befindet sich ein kleiner Flecken Italien, auf dem Pilger (die von ihrer Reise nicht nach Hause zurückkehrten), Geistliche oder Künstler in einer kleinen Oase begraben liegen. Doch bevor man auf das Gelände darf, muss man erst einmal an den Schweizer Gardisten vorbei, die einem nach erfolgreichem Sicherheitscheck sehr gerne den Weg zum Campo Santo Teutonico weisen. Viel Glück!

Das war nun eine kleine Sammlung dessen, was man auch bei wenigen Tagen in Rom gesehen haben muss. Ohne Wenn und Aber. Selbstverständlich fehlen hier und da noch ein paar Sehenswürdigkeiten, das ist uns durchaus bewusst. Aber Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag erbaut, deshalb liefern wir das jetzt einfach mal so ab. Somit wären wir also bereits am Ende und wünschen Euch viel Spaß in Rom oder wo immer ihr gerade seid.

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