Das ganze Leben ist ein Quiz!

(Mittwoch, 26. April 2017)

 

Die guten Nachrichten gleich zuerst: Wir sind wohlbehalten in Tel Aviv angekommen und sollen Euch alle lieb grüßen. 

 

Doch lasst uns lieber gleich mal um einige Stunden zurückflitzen zum Flughafen Schönefeld und der zeitaufwändigen Ausreiseprozedur. Und dies ist unsere Geschichte.

  

Also, das war so. Pünktlich wie die Maurer standen wir also schön brav und sogar noch nahezu alleine vor der Abfertigung in Terminal D (die Freunde von El Al ließen uns im Vorfeld wissen, dass man drei Stunden vor Öffnung des Check-In Schalters vor Ort sein sollte und jetzt schienen wir auch noch die einzigen gewesen zu sein, die sich daran hielten). Dann wurden peu à peu alle Vorbereitungen für die allgemeine Fragerunde getroffen und siehe da, wir waren die ersten Quizkandidaten des Tages. Gleich zu Beginn kamen wir allerdings etwas ins Trudeln, denn die erste Frage hatte es gleich in sich. Woher wir denn kämen? Naja, aus Berlin. Nein, jetzt aber mal genauer. Okay, die Adresse hatte ihnen im Anschluss dann auch nicht gereicht. Als wir ihnen erklärten, dass wir in Berlin eine Wohnung bewohnen, waren sie vorerst zufriedengestellt - oder waren es einfach nur leid. Dafür bekamen wir als nächstes aber auch prompt eine einfache Frage gestellt. Wer denn unser Gepäck gepackt hätte? Ha, selbstverständlich wir selbst. Und wo haben wir es bis heute Morgen aufbewahrt? Ähm… kurze Pause zum Nachdenken. In unserer schönen Berliner Wohnung unter unserer ‚Supervision’. Ob uns denn irgendein Schelm etwas mit auf diese Reise gegeben hat, das wir nun für ihn transportieren würden? Selbstverständlich nicht. Wo denken sie denn hin?

An dieser Stelle verließ mich auch prompt die Fähigkeit, in anderen Menschen zu lesen wie ein Buch, denn außer dem Schutzumschlag ließen die israelischen Grenzbeamten an dieser Stelle nicht viel durchblicken. G’lernt is halt g’lernt.

 

Das Augenrollen der Beamtin, bevor sie unser Handgepäck hinter dem Vorhang durchforsteten, ließ allerdings nichts Gutes vermuten. Aber offensichtlich waren wir ihnen doch so etwas wie sympathisch, denn die junge Dame nahm sich für uns und unser Gepäck besonders viel Zeit. Während weitere Fluggäste kamen und auch wieder gingen, warteten wir einfach ab. Bis irgendwann mein iPhone-Ladekabel ein klein wenig Hektik auslöste und von einer Hand in die nächste wanderte. Dies schien auch glatt der Grund der Verzögerung gewesen zu sein, denn unter Aufsicht bat man mich, das Kabel im aufzugebenden Gepäck zu verstauen und dann dürfe ich auch schon weiterziehen. Diese Situation erinnerte mich stark an eine Szene aus Monty Python’s „Das Leben des Brian“, in der die Römer einem bei einer Hausdurchsuchung gefundenen Kochlöffel eindeutig zu große Aufmerksamkeit schenkten. Nur war es in unserem Film das verflixte Ladekabel. 

Die weiteren zwei Sicherheits-Checks, die am Berliner Flughafen dann noch auf uns warteten, waren im Anschluss schlichtweg Routine und nichts, was uns besonders beeindruckt hätte. Bis man aber den Flieger nach Tel Aviv besteigen darf, muss man allerdings, in Gate 10 eingepfercht, warten, warten und nochmal warten. Ohne WC oder sonstigen Annehmlichkeiten. Um sich die Zeit zu vertreiben konnte man sich auf Wunsch gerne noch von einem unausgeglichenen deutschen Polizisten anpflaumen lassen, der für wirklich jeden Spaß zu haben war. Wir hatten den Spaß und er … naja. Sei’s d’rum.

 

Zumindest war am Ende auf unseren Piloten Verlass, der den halbstündigen Rückstand, mit dem wir losgeflogen waren, nahezu pulverisierte und uns gerade noch pünktlich in Tel Aviv ablieferte, um der ersten Hummus-Speisung des Tages beiwohnen zu können. Mission des Tages also erfüllt.

Dies waren unsere ersten Erfahrungen, die wir bei der israelischen Einreiseprozedur machen durften und können mit Fug und Recht behaupten, den Test mit Bravour bestanden zu haben. Vielleicht den ein oder anderen Punktabzug für die Haltung, aber sonst ganz wacker geschlagen. 

 

Wir werden jetzt erst einmal das Erlebte in Tel Aviv sacken lassen und werden dann noch zu gegebener Zeit eine Zusammenfassung, wie wir die Stadt erleben durften, nachreichen.

 

Außerdem warten noch Jerusalem und Bethlehem, die Wüste Negev sowie das tote Meer auf uns. Wir würden uns freuen, wenn ihr uns auf unserem weiteren Wege begleiten würdet. 

 

Abschließend sind wir uns sicher, dass es offensichtlich die richtige Entscheidung war, Israel in diesem Jahr und zu dieser Zeit zu bereisen. Wir fühlen uns hier sehr wohl und sind nun gespannt, was die nächsten Tage für uns bereithalten. Wir werden bald wieder voneinander hören, das ist kein Versprechen, sondern eine Drohung. Macht es gut, so auch wir versuchen es besser zu machen. Auf Wiedersehen!

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