Das Ende unserer Reise! (Freitag, 21. Oktober 2016)

 

Hey folks! Oder wäre Euch 'Howdy Pardner' lieber? Wie auch immer, die Freude, euch hier wiederzusehen ist exorbitant groß. Wo waren wir das letzte Mal noch stehengeblieben? Wir waren, glaube ich, drauf und dran, dem Death Valley im Bundesstaat Kalifornien einen Besuch abzustatten. Der Tank war gefüllt und die Straße gehörte uns. Man könnte also sagen, dass der Ausflug von Erfolg gekrönt war. Ziel eines jeden Reisenden in das Tal des Todes ist, wenn der Tank denn wirklich voll war, das Badwater Basin. Es handelt sich dabei um den tiefsten Punkt Nordamerikas mit knapp 86 m unter dem Meeresspiegel und bildet alljährlich im Juli den Startpunkt des Badwater 135, einem Ultralauf von eben jenem Badwater Basin bis auf den 135 Meilen entfernten Mt. Whitney, dem höchsten Punkt der USA außerhalb Alaskas. Aber genug mit meinem allumfassenden Wissen geglänzt. Ich werde lieber gleich ohne Umwege auf unsere spannenden Erfahrungen im Death Valley National Park zu sprechen kommen. 

Erfreulicherweise ist die Gegend im Oktober nicht ganz so menschenfeindlich wie im Hochsommer, sodass man den Trip dorthin relativ sicher hinter sich bringen kann. Und das alles ohne einen Hitzekollaps zu riskieren. Aber trotzdem immer schön auf den ausgewiesenen Pfaden bleiben - und ordentlich trinken. Eltern haften schließlich für ihre Kinder. Außerdem kann man vermuten, dass es unglaublich lange dauern wird, bis man euch wiederfindet. Ach ja, bevor ich es vergesse, Mobilfunktmasten sucht ihr hier vergeblich. Und wenn ihr nicht gerade Shoshonen-Blut in euch tragt, solltet ihr einfach auf meine Empfehlung, sowie auf die der Park Ranger hören. Wir wissen schließlich, wovon wir reden. Oder was meint ihr, wer seinem Basecap auf dem unebenen salzverkrusteten Boden im Badwater Basin hinterherrennen musste? Weil ich nämlich die Warnung auf die leichte Schulter nahm, dass mit Windböen mit bis zu einer Geschwindigkeit von 35 mph zu rechnen ist. Und Kopfbedeckungen, weiß ich nun, können verdammt weit und hoch fliegen. Plötzlich stand ich da, mit flatterndem Haupthaar im Wind. Um euch dieses erniedrigende Gefühl zu ersparen, immer schön auf den Onkel hören. 

Wie in jedem Nationalpark gibt es auch hier feste Punkte, die man ohne Probleme mit dem Auto anfahren kann und die solche Namen tragen wie ‚Devil’s Golf Course‘ oder ‚Dante’s View‘. Eigentlich ganz schön idiotensicher für Nicht-Shoshonen. Um ehrlich zu sein, hätten wir vorher aber nie im Leben gedacht, dass wir in diesem Maße von dem Park geflasht sein werden. Wir waren und sind einfach beeindruckt gewesen von der abwechslungsreichen Landschaft, in der man sich erst mal seinen Weg über die Gebirgskette nach oben schraubt, um dann schnurstracks den Weg unter den Meeresspiegel anzutreten. Erst einmal unten angekommen, wird man nicht nur von den Windböen überrascht, sondern auch von dem salzbedeckten und -verkrusteten Boden. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man rein optisch fast dem Glauben erliegen, dass es sich hierbei um pures Glatteis handelt. Doch dann hätte ich aber wahrscheinlich nicht so flink rennen können, um meine Kappe wiederzuholen. Zudem waren wir ungemein überrascht, wie schnell die Zeit hier doch vergeht. Zum Glück hatten wir uns zeitig bereits für eine Bleibe entschieden. Nämlich in Death Valley Junction, in einer Non-Profit-Herberge namens Amarosa Opera House, das in den 60ern von Marta Beckett, einer Tänzerin, die durch Zufall mit ihrem Mann hier strandete, eröffnet wurde und die Räumlichkeiten heute für die vielen Death Valley Touristen immer wieder gerne als Übernachtungsmöglichkeit dienen. Selbst auf der Durchreise lohnt sich der Stop, denn das angrenzende Café bietet die wahrscheinlich beste Küche, die ihr bekommen könnt. Die Auswahl der Speisen hält sich zwar in Grenzen,  aber dafür ist alles in vernünftiger Bio-Qualität und relativ gesund, wenn man sich für das richtige entscheidet. Wir jedenfalls waren schwer begeistert und kommen bestimmt bald wieder. Versprochen.

Für alles weitere aus dem Death Valley National Park findet ihr im unteren Bereich wie gehabt ein paar Fotos, für die wir keine Kosten und Mühen gescheut haben. 

 

Kurzentschlossen, wie wir nun einmal sind, fuhren wir für zwei Nächte noch einmal nach Las Vegas, um darüber wieder nach Kalifornien aufzubrechen, um pünktlich am Sonntag unseren Flieger in das nasskalte Deutschland zu besteigen. Haben also viele Kilometer zurückgelegt und einiges auf der Straße erlebt. Fand in den letzten vier Wochen große Freude daran, Straßen (wo auch immer sie hinführen mögen) fotografisch festzuhalten und setzte mich dafür sogar so mancher Gefahr aus, denen ich mir jetzt erst so richtig bewusst werde. Die Motorrad-Gang hätte sich durchaus mal kurz bemerkbar machen können, denn von hinten ranpirschen kann ich so schonmal gar nicht leiden. Oder dieses Straßenbild, das nie eines geworden ist, weil ich mich vorher im Sand festgefahren habe. Irgendwo in der Pampa. Doch zum Glück hat meine Frau wohl etwas mehr Bear Grylls geschaut als ich und zog unseren Karren gekonnt aus dem Dreck. Wie sich später herausstellte, hatte sie sogar schon einen Plan B aufgestellt. Doch dieser bleibt für alles Zeiten geheim, denn Zauberer verraten ihre Tricks ja schließlich auch nicht.

Wir wurden in der letzten Woche von einigen Orten so positiv überrascht, dass wir keine Minute dem verpassten Portland eine Träne hinterherweinen. Einer dieser Orte war ganz klar Lake Havasu City, deren größte Sehenswürdigkeit die London Bridge ist, die ein Mann namens McCulloch der City of London für 2.5 Mio. US-Dollar abkaufte und in Lake Havasu City Stein für Stein wieder aufbauen ließ. Die Legende besagt allerdings, dass er der Meinung war, auf die viel bekanntere Tower Bridge zu bieten. Leider ist nicht überliefert, wie blöd er aus der Wäsche guckte, als es am Ende einfach nur eine Brücke war. Sehr britisch zwar, aber nur eine Brücke. Der Bekanntheit des Ortes schadete dieses vermeintliche Missgeschick eher nicht und auch wir haben unsere Zeit dort sehr genossen.

 

Da wir aus mehreren zuverlässigen Quellen vernommen haben, dass das Wetter in Deutschland zu wünschen übrig lässt, haben wir uns nun für zwei Nächte in einer kleinen, kalifornischen Kleinstadt namens Yucca Valley einquartiert, um einfach etwas Sonne zu tanken, bevor es morgen endgültig zurück nach Los Angeles geht, von wo aus wir (wie bereits erwähnt) am Sonntag den Heimflug antreten werden.

Deshalb befürchte ich leider, dass dies unser letzter Bericht von unserem diesjährigen Besuch in den Vereinigten Staaten von Amerika sein wird. Wir haben mal wieder viel erlebt, doch nun zieht es uns erst einmal wieder nach Hause, um dort Pläne für das nächste Reisejahr zu schmieden. Es hat uns sehr gefreut, dass ihr uns immer tüchtig begleitet habt. Ich hoffe, ihr bleibt uns immer treu und verfolgt uns vielleicht sogar auf Facebook oder Instagram. Wenn nicht, könntet ihr was verpassen. Zum Abschluss noch einen ganz persönlichen Auftrag von uns für euch; nämlich all eure Teller ordentlich aufzuessen, damit wir es nicht ganz so kühl haben, wenn wir den heiligen Berliner Boden wieder betreten. Damit wäre auch schon alles gesagt und denke, wir verstehen uns da richtig. Jetzt ziehen wir uns aber endgültig zurück und werden noch etwas in unserem Pool planschen gehen. Schönes Wochenende! Over and out, Buddies! 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0